Grünpflanzen auf Steildächern waren früher oft ein eher unerwünschter Nebeneffekt, wenn etwa ein Bauernhaus mit einem Strohdach eingedeckt war. Bestimmte Pflanzen fühlten sich auf diesem Untergrund besonders wohl und wuchsen prächtig. Historisch gesehen gibt es aber natürlich auch viele Beispiele für echte und gewünschte Begrünung von Steildächern, etwa Grassodenhäuser auf Island.
In unseren Breiten sind begrünte Steildächer dagegen heute eine absolute Rarität, während Flachdächer viel eher bepflanzt werden. Vielleicht steht aber eine kleine Renaissance dieser Methode an, nachdem ökologische Aspekte beim Bauen immer bedeutsamer werden. Oder bleiben das vielleicht doch nur Einzeltäter, die jetzt ihr Haus so neu eindecken?
Mit modernen Verfahren können schon Dächer mit einer Neigung von mehr als 50 Grad begrünt werden. Das höhere Gewicht eines Gründachs gegenüber einem Ziegeldach stellt aber größere Anforderungen an die Statik. Auch die Erosion wird zu einem bedeutsamerem Problem als auf begrünten Flachdächern, Wind und Wetter zusammen mit einer steilen Dachneigung stellen eine echte Herausforderung für die bepflanzte Schicht dar.
Ein Vorteil ist sicher die bessere Wärmedämmung, durch den gesenkten Heizaufwand kann man im besten Fall die Mehrkosten gegenüber einem Ziegeldach mit den Jahren kompensieren. Und es gibt noch andere Faktoren, die für ein grünes Dach sprechen. Daneben stellt sich die Frage, wie gut einem so ein Gründach überhaupt gefällt. Wenn die Pflanzen wegen Planungsfehlern und falscher Sortenwahl nur “dahinvegetieren”, dann ist der Gesamteindruck nicht schön.
Ich selber würde so eine Lösung sowieso nicht ernsthaft in Betracht ziehen. Dennoch finde ich, dass es auch sehr gelungene Beispiele gibt.

Links zu Webseiten:
Steildachbegrünungen können problematisch sein - Aufsatz, der detailliert mögliche Schäden und die Fehler, auf denen sie beruhen, aufführt.













