Verfasst von: Peter N. | August 26, 2008

Kommt eine Renaissance von begrünten Steildächern?

Grünpflanzen auf Steildächern waren früher oft ein eher unerwünschter Nebeneffekt, wenn etwa ein Bauernhaus mit einem Strohdach eingedeckt war. Bestimmte Pflanzen fühlten sich auf diesem Untergrund besonders wohl und wuchsen prächtig. Historisch gesehen gibt es aber natürlich auch viele Beispiele für echte und gewünschte Begrünung von Steildächern, etwa Grassodenhäuser auf Island.

In unseren Breiten sind begrünte Steildächer dagegen heute eine absolute Rarität, während Flachdächer viel eher bepflanzt werden. Vielleicht steht aber eine kleine Renaissance dieser Methode an, nachdem ökologische Aspekte beim Bauen immer bedeutsamer werden. Oder bleiben das vielleicht doch nur Einzeltäter, die jetzt ihr Haus so neu eindecken?

Mit modernen Verfahren können schon Dächer mit einer Neigung von mehr als 50 Grad begrünt werden. Das höhere Gewicht eines Gründachs gegenüber einem Ziegeldach stellt aber größere Anforderungen an die Statik. Auch die Erosion wird zu einem bedeutsamerem Problem als auf begrünten Flachdächern, Wind und Wetter zusammen mit einer steilen Dachneigung stellen eine echte Herausforderung für die bepflanzte Schicht dar.

Ein Vorteil ist sicher die bessere Wärmedämmung, durch den gesenkten Heizaufwand kann man im besten Fall die Mehrkosten gegenüber einem Ziegeldach mit den Jahren kompensieren. Und es gibt noch andere Faktoren, die für ein grünes Dach sprechen. Daneben stellt sich die Frage, wie gut einem so ein Gründach überhaupt gefällt. Wenn die Pflanzen wegen Planungsfehlern und falscher Sortenwahl nur “dahinvegetieren”, dann ist der Gesamteindruck nicht schön.

Ich selber würde so eine Lösung sowieso nicht ernsthaft in Betracht ziehen. Dennoch finde ich, dass es auch sehr gelungene Beispiele gibt.

Links zu Webseiten:

Steildachbegrünungen können problematisch sein - Aufsatz, der detailliert mögliche Schäden und die Fehler, auf denen sie beruhen, aufführt.

Verfasst von: Peter N. | August 25, 2008

Neigung und Einbauhöhe bei Dachflächenfenstern

Bei Durchsehen der Suchbegriffe, mit denen Leser auf meinen Blog kommen, ist mir aufgefallen, dass einige sich wegen der Neigung und der Einbauhöhe von Dachflächenfenstern informieren wollen.

Was die Neigung betrifft, geht es wohl um die Frage, bei welchen Dachneigungen man ein Dachflächenfenster überhaupt einbauen kann. Ein Flachdach kann man ja nicht mit Dachflächenfenstern ausstatten, das geht erst ab einer Dachneigung von 15 Grad.

Die bei uns üblichen Satteldächer haben meist Neigungen von 40 - 45 Grad, wobei es sowohl flachere Formen mit einer Neigung von nur 30 Grad als auch wesentlich steilere Konstruktionen gibt. Wenn ein Dach besonders steil ist, behindert das aber den Einbau von Dachflächenfenstern nicht. Es hat aber Einfluss darauf, welche Größe die Fenster haben sollten - bei gleicher Einbauhöhe von Unterkante und Oberkante ist der Abstand dazwischen weiter, je flacher die Dachneigung ist. Flachere Dächer verlangen also größere Fenster.

Was die Höhe der Unterkante betrifft, ist die Bauordnung entscheidend. Die Mindestparapethöhe ist je nach Bundesland leicht unterschiedlich und liegt ca. bei 1 Meter. Das ist auch bei Fassadenfenstern ähnlich geregelt und dient der Absturzsucherung. Wenn man ein Fenster weiter Richtung Boden führen will, gibt es aber Lösungen mit fixen Fensterelementen, die nicht geöffnet werden können, oder mit Geländer. So haben wir das auch bei uns Zuhause umgesetzt.

Die Oberkante des Fensters sollte so hoch sein, dass man auch im Stehen gut hinausblicken kann, also bei etwa 2 Metern. Je nach Ausführung ist auch wichtig, dass sich das Fenster vom Zimmer aus per Hand gut öffnen lässt und man die nötigen Griffe gut erreichen kann.

Verfasst von: Peter N. | August 20, 2008

Großbrand im Gebäude des ägyptischen Parlaments

Ein Großbrand hat am Dienstag das ägyptischen Parlamentsgebäude zerstört. Flammen schlugen aus den Fenstern des Palastes und aus dem Dach. Erst nach 5 Stunden ist es der Feuerwehr gelungen, das Feuer unter Kontrolle zu bringen. Die Löscharbeiten dauerten aber noch bis in die Nacht an.

Das Feuer begann im zweiten Stock, wo es vermutlich durch einen Kurzschluss ausgelöst wurde. Die Flammen griffen dann schnell auf andere Gebäudeteile über. Wohl auch wegen Wassermangel war der Erfolg der Kairoer Feuerwehr bei der Brandbekämpfung bescheiden, obwohl auch 2 Hubschrauber mit großen Kübeln aus dem Nil Wasser holten und über dem Feuer ausgossen. Große Teile des ehemaligen Palastes aus dem 19. Jahrhundert sind jetzt in sich zusammengesackt und akut einsturzgefährdet.

Bild von ahmed the egyptian

In dem großen Wüstenstaat ist Wasser ein knappes Gut. Die Bauern leiten es seit Jahrtausenden in einfach gebauten Kanälen vom Nil ab, um ihre Felder zu bewässern. Das kann man auch heute noch sehen, wenn man in Ägypten herumreist. Doch abseits des großen Stroms ist es weniger verfügbar. Die Verteilung von Trinkwasser in der rasant wachsenden Millionenmetropole wäre auch für jede westliche Verwaltung eine Herausforderung.

Dazu kommen alte Stromeitungen und der Kairoer Verkehr, der für den Besucher auf den ersten Blick wie blankes Chaos anmutet. Stau scheint auf den Hauptverkehrsadern der Normalzustand zu sein, und auch Einsatzkräfte gelangen nur mit Mühe durch die Flotte an Lada-Taxis und Bussen. Stadtautobahnen auf Stehern türmen sich im Zentrum in schwindelerregende Höhen, um mehr Verkehr bewältigen zu können, denn am Boden ist kein Platz mehr für Straßen.

Es gibt sehr viel schützenswerte Bausubstanz aus zahlreichen Epochen in Kairo, auch einiges im Kolonialstil aus der Zeit der britischen Herrschaft Ende des 19. Jahrhunderts. Eine Modernisierung der Infrastruktur würde da natürlich sehr viel bringen, auch im Hinblick auf Brandkatastrophen. Einzig für die Pyramiden mag das weniger wichtig sein: Strom und Wasser sind dort nicht nötig, und der Verkehr beschränkt sich auf Fußgänger und Reiter. Eher im Gegenteil, zuviel Wasser hätte die kolossalen Bauten aus Sandstein schon lange abgetragen, in unseren Breiten hätten sie die Jahrtausende jedenfalls nicht überdauert.

Bild von elmor.mohamed

Verfasst von: Peter N. | August 19, 2008

Balkone für alle mit Bloomframe

Bild von John Prolly

Das Architekturbüro Hofman Dujardin arbeitet schon seit 2002 an der Entwicklung des “Ausklappbalkons” Bloomframe. Bis jetzt existiert nur ein Prototyp, der aber schon großes Aufsehen erregt hat. Unter anderem konnten Hofman Dujardin damit den Red Dot Award für Product Design 2008 einheimsen, und zahlreiche Artikel wurden über den innovativen Klappbalkon verfasst.

Der Bloomframe wäre eine ideale Lösung zum Nachrüsten von vielen Stadthäusern. Im Gegensatz zu einem herkömmlichen Balkon ist der geringere Platzbedarf dabei ein großer Vorteil. Wo ein Fassadenfenster eingebaut werden kann, kann theoretisch auch ein Bloomframe montiert werden.

Für Balkonpflanzen eignet sich der Klappbalkon dafür weniger, denn bei schlechter Witterung muss er hochgezogen werden und leistet dann “nur” als Fenster Dienst. Ich weiß nicht, ob auch gleich ein Regensensor eingebaut wird, aber ein schnelles automatisches Schließen bei beginnendem Niederschlag  könnte sich bei diesem Produkt als praktisch erweisen. Solange keine Möbel hinausgeräumt wurden zumindest…

Durch den Einbau mehrerer Klappbalkone in einem Wohnhaus würden auch interessante optische Akzente entstehen, je nachdem, wieviele und welche Fenster gerade geöffnet sind. Voraussetzung ist natürlich, dass die Statik den Balkon verkraftet.

Bild von _atom

Geöffnet wird der Bloomframe mittels Elektromotor. An den Seiten klappt sich dabei bei dem Prototypen automatisch ein stabiles Metallgeländer aus. Eine Lösung wie im Bild oben mit Seitenteilen aus Glas wäre reizvoll, ist aber wohl komplizierter umzusetzen und vom Platzbedarf aufwendiger.

Nach Versprechungen für das Frühjahr 2008 wird der Verkaufsstart jetzt für September diesen Jahres angestrebt. Der Preis wird bei etwa 10.000 Euro liegen.

Verfasst von: Peter N. | August 18, 2008

Tipps zum Dämmen des Dachs III - Fugen verspachteln

Die Rigipsplatten wurden passend geschnitten und angeschraubt. Nun müssen die Fugen zwischen den Platten verspachtelt werden.

  • Die Bruch- und Schnittkanten der Gipsplatten wurden schon vor dem Verschrauben mit Schleifpapier geglättet und dann angefast, also mit einem Stanley-Messer oder besser einem Kantenhobel abgeschrägt.
  • Genauso werden auch die Stirnkanten der Gipsplatten angefast, wenn das nicht schon von vorneherein der Fall ist.
  • Die Spachtelmasse wird mit passenden Werkzeug gut in die Fugen hineingedrückt. Dabei muss man darauf achten, dass das Material nicht wieder herausgezogen wird, deswegen quer zur Fuge verstreichen. Überschüssiges Material wird mit der Spachtel aufgenommen und gleich weiterverwendet.
  • Danach wartet man, bis alles abgetrocknet ist. Nun wird überstehendes Material abgeschliffen und noch einmal fein nachgespachtelt. Wieder alles trocknen lassen und nachschleifen.
  • Einen Unterschied in der Verarbeitung machen noch die Längskantenformen bei Rigipsplatten. Beim Dachausbau kommen normalerweise Platten mit halbrunder Längskante (HRK) und Platten mit halbrunder abgeflachter Längskante (HRAK) zum Einsatz.

Bild von MAX BAHR

  • Platten mit halbrunder Längskante (oben in der Mitte) sind dabei wie oben beschrieben zu verarbeiten.
  • Platten mit halbrunder abgeflachter Längskante (unten in der Grafik) müssen auf größerer Fläche ausgefüllt werden. Deswegen ist es schwieriger, eine völlig glatte Oberfläche zu erzielen. Dafür sind die Verbindungen zwischen den Gipsplatten auch stabiler.

Hier sind einige fotographische Eindrücke und ein kurzes Video von einer Schauraumberatung bei Velux in Wolkersdorf. Der Mitarbeiter, der uns herumgeführt und uns die Produkte erklärt hat, war freundlich und kompetent, so dass die Beratung recht kurzweilig war. Schön war auch, dass unsere Fragen ehrlich beantwortet wurden und auch Nachteile nicht totgeschwiegen wurden.

In Wolkersdorf kann man sich beraten lassen, was den korrekten Einbau von Dachflächenfenstern betrifft. Natürlich ist auch eine Auswahl von Velux Fenstern ausgestellt, die man sich im Detail erklären lassen kann.

Interessant waren auch die Belastungstests, die uns gezeigt wurden. Eine knapp tennisballgroße Eisenkugel, aus gut 2 Meter Höhe aufs Fenster fallengelassen, beschädigte die Glasscheibe nicht. Auch einem schweren Sandsack, der dagegen geschungen wurde, hielt sie stand. Meine Sorgen, dass mir in einem schneereichen Winter die Fenster eingedrückt werden könnten, haben sich jedenfalls zerstreut.

Verfasst von: Peter N. | August 11, 2008

Größtes Solarkraftwerk Südösterreichs vor Pleite gerettet

In Österreich hat man es nicht immer leicht, wenn man innovative Ideen umsetzen will. Davon kann Franz Dorner wohl mittlerweile ein Lied singen. Auf 1300 Meter Seehöhe betreibt der Kärntner Bergbauer Südösterreichs größtes Solarkraftwerk. Dass er lange die nicht die versprochenen Einspeisetarife für den von ihm erzeugten Ökostrom erhalten hat, hätte ihn beinahe in den wirtschaftlichen Ruin getrieben. Dann hätten sich die zuständigen Politiker wirklich gegenseitig auf die Schulter klopfen können!

Franz Dorner hatte 2002 die nötigen Anträge eingereicht, um auf dem Dach seines Hühnerstalls ein Solarkraftwerk mit 220 kWp Leistung aufstellen zu dürfen. Das wurde 2 Jahre später auch genehmigt. Die Probleme begannen im Mai 2006, als eine Novelle des Ökostromgesetzes beschlossen wurde. Dorner musste sich daraufhin mit dem Bau seiner Anlage beeilen, denn wenn sie erst nach dem 30. Juni 2006 in Betrieb gegangen wäre, hätte er nicht mehr den “alten” geförderten Einspeisetarif von 60 Cent pro Kilowattstunde erhalten. Glücklicherweise konnte aber die Frist, bei einem durch Kredite finanzierten Investitionsaufwand von 1,6 Millionen Euro, knapp eingehalten werden.

Bild von Matthias Groote - ein privates Sonnenkraftwerk mit 12,7 kWp Leistung

Doch schon im März 2007 wurde die nächste Novelle des Ökostromgesetzes beschlossen. Folgenreich für Dorner war, dass damit Solarstromanlagen auf 10kW je Person, Grundstück und Gebäude begrenzt wurden - bei einem garantierten Einspeisetarif von nur 30 Cent/kWh. Für alles, was darüber hinaus produziert wird, wurden ihm nur mehr 5,38 Cent/kWh bezahlt. Statt der kalkulierten 180.000 Euro Ertrag im Jahr erzielte Dorner so nur eine Wertschöpfung von 15.000 Euro im Jahr. Damit konnten die Kreditzinsen von monatlich 11.000 Euro nicht beglichen werden.

Deswegen dachte der unternehmerische Bergbauer schon über einen Umzug seines Sonnenkraftwerks nach Griechenland oder Deutschland nach, wo die Anlage dank effektiverer Förderungen wirtschaftlich arbeiten könnte. Seit dem 1. Juli 2008 erhält Dorner nun aber doch den versprochenen Einspeisetarif von 60 Cent/kWh für den von ihm erzeugten Strom. Die Verluste, die er bisher eingefahren hat, bleiben ihm aber.

Bei einer so miserablen Plauungssicherheit muss sich jedenfalls niemand wundern, wenn größere photovoltaische Projekte in Österreich Seltenheitswert haben.

Verfasst von: Peter N. | August 6, 2008

Bausünden in Wien werden nun strenger bestraft

Künftig werden in Wien Bausünden strenger geahndet. Wer einen überdimensionierten Dachausbau verwirklicht oder die erlaubt Bauhöhe überschreitet, muss bei schweren Verstössen sogar mit einer Haftstrafe rechnen.

Der Kurier berichtet über einen Wohnturm in der Graf Starhemberggasse, der die in der Gegend übliche Bauhöhe um gute 11 Meter überschreitet. Der “Gummi-Paragraf” §69, der „unwesentliche Abweichung von Baubestimmungen“ regelt (er wurde mittlerweile geändert), dürfte hier bei der Errichtung über alle Maßen strapaziert worden sein. Damit nicht genug, wurde das Haus sogar noch auf Stelzen gesetzt, um noch einige Meter Höhe herausschlagen zu können. Mittlerweile sind für dieses Gebäude schon drei Abtragungsbescheide beim Verfassungsgerichtshof eingelangt, eine Entscheidung über den Abriss steht aber noch aus.

Bild von zero novice - Der neugestaltete Eingangsbereich des Praters. Den Verantwortlichen drohen wohl trotz Novelle der Bauordnung keine Strafen.

Laut Orf.at werden in Wien jährlich gut 20 ähnliche Fälle, wo die zulässige Bauhöhe überschritten wurde, von der Baupolizei bearbeitet. Dazu kommen noch zahlreiche andere Bausünden, etwa wegen Nichteinhaltung des Denkmalschutzes, bei denen die Baupolizei aktiv wird.

Der Wiener Landtag hat nun einstimmig härtere Strafen für Bausünder beschlossen. Kommentar Wohnbaustadtrat Michael Ludwig: “Schwere Bausünden sind kein Kavaliersdelikt. Wer das Leben von Menschen gefährdet, wer historische Gebäude ohne Bewilligung abbricht, muss künftig damit rechnen, mit entsprechender Härte zur Verantwortung gezogen zu werden. … Bauwerber werden es sich künftig ganz genau überlegen, ob sie eine Übertretung der Wiener Bauordnung riskieren wollen. Immerhin drohen nun für schwere Bauvergehen ein Gefängnisaufenthalt von bis zu sechs Wochen und der Entzug der Gewerbeberechtigung”.

Die höchstmögliche Geldstrafe wurde von 21.000 Euro auf 42.000 Euro erhöht. Außerdem werden ausgesprochene Strafen der Gewerbebehörde gemeldet, was auch zur Überprüfung der Gewerbeberechtigung führen kann. Damit ist auch in den Raum gestellt, das die Gewerbeberechtigung bei Verstößen entzogen werden kann.

Weblinks zum Thema:

(Initiativantrag für) Novelle der Bauordnung

Verfasst von: Peter N. | August 5, 2008

Tipps zum Dämmen des Dachs II - Rigipsplatten verarbeiten

Die Dämmwolle ist zwischen den Sparren, die Dichtfolie ist sauber angebracht. Nun sollen die Gipsplatten angebracht werden.

  • Zuvor hat man schon Querlatten angebracht (Abstände nicht größer als 50 Zentimeter) und an den Sparren verschraubt. An ihnen werden die Rigipsplatten angeschraubt werden. Praktisch sind bei diesem Arbeitschritt Direktabhänger, da damit gut Unebenheiten der Latten ausgeglichen werden können. Alternativ kann man auch mit Distanzklötzchen arbeiten.
  • Anstatt von Holzlatten kann man Metallprofile verwenden, die teurer sind, dafür aber absolut gerade.

Bild von Birgit & Martin Gleiß

  • Jetzt kann man sich ans Zurechtschneiden der Rigipsplatten machen. Die Bearbeitung ist sehr einfach. Zuerst legt man die Gipsplatte auf einen Arbeitstisch und zeichnet die Schnittlinien auf. Nun schneidet man mit einem Stanley-Messer die Platte dort ein, wo sie abgeteilt werden soll. Für gerade Linien verwendet man ein Lineal.
  • Jetzt richtet man die Schnittlinie der Gipsplatte an der Kante der Arbeitsfläche aus und bricht das überschüssige Material einfach gerade nach unten ab. Für ungerade Schnitte empfielt sich die Verwendung einer Stichsäge.
  • Bruch- und Schnittkanten mit Schleifpapier glätten. Jetzt ist auch der richtige Zeitpunkt, um Löcher und Aussparungen, zB für elektrische Installationen, anzubringen. Glatte Schnittkanten müssen leicht angefast werden (mit Stanley-Messer oder Kantenhobel), damit später die Spachtelmasse gut Platz hat.
  • Nun werden die Rigipsplatten im Abstand von 10-20 Zentimeter mit Schnellbauschrauben an der Lattung befestigt. Wenn alles fertig ist, kann man danach mit dem Spachteln beginnen.
Verfasst von: Peter N. | August 4, 2008

Haus auf Dach?

In dem Ostseebad Trassenheide auf Usedom wird ein Einfamilienhaus gebaut, das auf dem Kopf steht. Das zukünftige Museum liegt auf dem First des Satteldachs auf. Hier in der Märkischen Oderzeitung kann man ein Foto des verkehrten Gebäudes ansehen.

Die Idee zu dem Gebäude hatten polnische Unternehmer, die in Trassenheide ihr Projekt “Die Welt steht Kopf” verwirklichen wollen. Auch innen werden alle Gegenstände seitenverkehrt angebracht sein, so dass Besucher wirklich das Gefühl haben werden, auf der Zimmerdecke zu gehen. Bis Ende August soll der Bau abgeschlossen sein, dann werden sicher viele Neugierige die Ausstellung besuchen, da das Haus gut von der Durchgangsstraße zu sehen ist.

Als ich über das Haus auf Usedom gelesen habe, musste ich an die Ausstellung von Erwin Wurm im Mumok im Museumsquartier in Wien denken, die im Winter 2006/2007 zu sehen war. Auf dem Dach des Mumok-Gebäude wurde damals ein kleines Haus verkehrt herum angebracht, der Titel dieser Installation war “House Attack”.

Bild von  Dom Dada

Eine andere Variation des “Haus auf Dach”-Motivs kann man auf einem Foto des Parlamentsgebäudes in Wien sehen. Hier wurde ein Haus als Bauhütte aufs Dach des Parlaments gesetzt.

Bild von @@@@@

Mit ein wenig Bearbeitungstechnik lässt sich auch “House Attack” noch ganz neu interpretieren. Verkehrt, nicht mehr auf dem Dach, aber dafür mit dem Mumok auf dem Dach. Starkes kleines Haus!

Bild von gSquare

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