Verfasst von: Peter N. | Juli 3, 2008

Dampfbremsen gegen Schimmel und Energievergeudung

Wenn ich eine schöne mittelalterliche Burg oder ein jahrhundertealtes Schloss besuche, bin ich ganz ergriffen davon, wie schön und erhaben diese Bauwerke sind. Manchmal stellen sich dann auch Gedanken nach dem Leben ein, das die Bewohner dieser Anlagen früher geführt haben. Die Winter müssen in diesen alten Gemäuern furchtbar gewesen sein. Gewissermaßen fand immer eine kräftige natürliche Belüftung statt. Es war also zugig, und die Räume waren schwer zu heizen. In der Kombination war das sicher nicht besonders gemütlich, wenn man dann, von rheumatischen Beschwerden geplagt, auf den Frühling warten musste.

Bild von torsten.peronne – An einem Dachflächenfenster muss die Dampfbremse sorgfältig angeschlossen werden…

Häuser, die heute errichtet werden, sollen hingegen möglichst luftdicht sein und gut wärmegedämmt sein. Wenn man einen Dachboden zum Wohnraum machen will, bringt man deswegen oft hinter dem Dämmmaterial eine Dampfbremse an. Die soll verhindern, dass zu viel Luftfeuchtigkeit vom Innenraum in die Konstruktion gelangt. So etwas passiert, wenn warme Luft in die Dämmung gelangt, dort auskühlt und kondensiert. Ein nasser (Dämmstoff-)Mantel wärmt aber nicht, Heizenergie wird vergeudet, und Schimmel kann entstehen.

Deswegen ist es sehr wichtig, dass die Dampfbremse so befestigt wird, dass nirgends Verletzungen in der Folie entstehen. Dort, wo Öffnungen in der Dampfbremse vorgesehen sind, etwa für einen Rauchfang oder ein Dachflächenfenster, muss die Dampfbremse sorgfältig angeschlossen (=verklebt) werden. Das gilt natürlich genauso, wenn nur kleinere Öffnungen, zum Beispiel für Steckdosen, gemacht werden.

Bild von Andrea_R – …sonst droht Schimmel-Befall.

Was kann man als Laie tun? Ich selber habe es mir zur Gewohnheit gemacht, bei Bauarbeiten bei uns daheim den Handwerkern, soweit ich es zeitlich schaffe, auf die Finger zu schauen. Man kann natürlich nicht immer aufpassen, aber oft kann man schnell erkennen, ob sorgfältig gearbeitet wird, oder bei Husch-Pfusch-Arbeit schon frühzeitig auf Missstände hinweisen.

Links zu Webseiten:

Differenzdruck-Messverfahren – Mit dem Blower-Door-Test wird die Luftdichtheit eines Gebäudes gemessen.

Luftdicht – eine Webseite zum Thema „Luftdichtheit von Gebäuden“



Antworten

  1. Ehrlich gesagt, bin ich mir nicht sicher, ob ich wirklich solche Bau- bzw. Einbaufehler erkennen würde.
    Dennoch ist es gut zu wissen, was die Ursachen sind.

  2. Ich kenn das Thema Dampfbremse von einer anderen Seite. Dass Leute sich einerseits qualitativ hochwertige Velux-Dachfenster leisten, dann aber beim Einbau anfangen zu sparen, und so nicht aufpassen, dass die Dampfbremse intakt bleibt unter anderen Fehlern, versteht sich. Leider kommt man aber nicht gleich auf den Fehler drauf, sondern erst Monate oder Jahre später, wenn sich unterhalb der Fenster der erste Schimmel zeigt.

    Dass mit dem „den Handwerkern auf die Finger schauen“ find ich sicherlich gut, auch wenn man sich selbst nicht besonders auskennt, schon die Anwesenheit von einer aufmerksamen Person, wird schon einiges bewirken. Was ich aber noch besser finden würde, wäre, wenn man sich die Arbeiten von einem Fachmann nachkontrollieren ließe. Aber gut: Kosten, Kosten … .

  3. Zu diesem Thema würde ich gerne auf das Luftdicht-Forum ( http://www.luftdicht-forum.de ) hinweisen.

    Dienstleister für Luftdichtheitsmessungen finden Sie auf der Luftdicht-Karte ( http://www.luftdicht-karte.de )


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