Verfasst von: Peter N. | Juli 8, 2008

Das goldene Dachl in Innsbruck

Das goldene Dachl ist wahrscheinlich das berühmteste Dach Österreichs. Das Wahrzeichen von Innsbruck ist ein Fixpunkt für jeden Besucher dieser Stadt, die malerisch von hohen Bergen eingerahmt ist.

Der prächtige Erker im spätgotischen Stil wurde von Kaiser Maximilian I. in Auftrag gegeben. Das Gebäude, auf den er aufgesetzt wurde, war schon 1420 erbaut worden, und im Jahr 1500 wurde der Prunkerker fertiggestellt. Maximilian I., der Innsbruck sehr schätzte, nutzte das “Dachl” als Loge für sich und seinen Hofstaat, wenn Festigkeiten und Turniere ausgetragen wurden.

Das goldene Dachl ist reich verziert. Auf dem großen Wandfresko recken zwei Ritter in Harnischen Lanzen in die Höhe, an derem Ende sich die Fahnen von Tirol und des Reichs befinden. Die Reliefs darunter bilden Wappen der von Maximilian I. beherrschten Gebiete ab. Über dem Gemälde befinden sich weitere Reliefs, auf denen unter anderem Maximilian I. mit seinen Gemahlinnen abgebildet ist. Auf den ersten Blick am einprägsamsten ist aber natürlich das namensgebende Dach des Erkers. An vielen Stellen lässt sich nachlesen, dass es mit exakt 2.657 feuervergoldeten Kupferschindeln eingedeckt ist.

Bild aus der Wikipedia

Heute fallen vielfach ganze Kupferdächer wegen den hohen Marktpreisen für dieses Metall Diebstahl zum Opfer. Auch das wertvolle Goldene Dachl blieb leider nicht gänzlich verschont. Im Rahmen eines Kunstprojekts reiste eine goldene Reserveschindel letztes Jahr Jahr von Innsbruck nach Vals, wo sie auf einem alten Heustadl zwischen den übrigen Holzschindeln platziert wurde. Offenbar rechnete keiner der Künstler damit, dass sie gestohlen werden könnte, denn auf eine Bewachung wurde verzichtet. Prompt wurde die Leihgabe entwendet, und bleibt bis heute verschwunden.

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