Verfasst von: Peter N. | August 20, 2008

Großbrand im Gebäude des ägyptischen Parlaments

Ein Großbrand hat am Dienstag das ägyptischen Parlamentsgebäude zerstört. Flammen schlugen aus den Fenstern des Palastes und aus dem Dach. Erst nach 5 Stunden ist es der Feuerwehr gelungen, das Feuer unter Kontrolle zu bringen. Die Löscharbeiten dauerten aber noch bis in die Nacht an.

Das Feuer begann im zweiten Stock, wo es vermutlich durch einen Kurzschluss ausgelöst wurde. Die Flammen griffen dann schnell auf andere Gebäudeteile über. Wohl auch wegen Wassermangel war der Erfolg der Kairoer Feuerwehr bei der Brandbekämpfung bescheiden, obwohl auch 2 Hubschrauber mit großen Kübeln aus dem Nil Wasser holten und über dem Feuer ausgossen. Große Teile des ehemaligen Palastes aus dem 19. Jahrhundert sind jetzt in sich zusammengesackt und akut einsturzgefährdet.

Bild von ahmed the egyptian

In dem großen Wüstenstaat ist Wasser ein knappes Gut. Die Bauern leiten es seit Jahrtausenden in einfach gebauten Kanälen vom Nil ab, um ihre Felder zu bewässern. Das kann man auch heute noch sehen, wenn man in Ägypten herumreist. Doch abseits des großen Stroms ist es weniger verfügbar. Die Verteilung von Trinkwasser in der rasant wachsenden Millionenmetropole wäre auch für jede westliche Verwaltung eine Herausforderung.

Dazu kommen alte Stromeitungen und der Kairoer Verkehr, der für den Besucher auf den ersten Blick wie blankes Chaos anmutet. Stau scheint auf den Hauptverkehrsadern der Normalzustand zu sein, und auch Einsatzkräfte gelangen nur mit Mühe durch die Flotte an Lada-Taxis und Bussen. Stadtautobahnen auf Stehern türmen sich im Zentrum in schwindelerregende Höhen, um mehr Verkehr bewältigen zu können, denn am Boden ist kein Platz mehr für Straßen.

Es gibt sehr viel schützenswerte Bausubstanz aus zahlreichen Epochen in Kairo, auch einiges im Kolonialstil aus der Zeit der britischen Herrschaft Ende des 19. Jahrhunderts. Eine Modernisierung der Infrastruktur würde da natürlich sehr viel bringen, auch im Hinblick auf Brandkatastrophen. Einzig für die Pyramiden mag das weniger wichtig sein: Strom und Wasser sind dort nicht nötig, und der Verkehr beschränkt sich auf Fußgänger und Reiter. Eher im Gegenteil, zuviel Wasser hätte die kolossalen Bauten aus Sandstein schon lange abgetragen, in unseren Breiten hätten sie die Jahrtausende jedenfalls nicht überdauert.

Bild von elmor.mohamed


Antworten

  1. Naja wie man´s nimmt xDDD


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