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Wenn man ein Haus kauft, fallen einem bauliche Mängel leider oft erst nach Jahren wirklich auf. Beim Einziehen sieht alles wunderbar aus, aber wo gepfuscht wurde, macht sich dann erst mit der Zeit bemerkbar. Bei uns hat sich etwa in unserem früheren Haus Schimmelbefall ganz langsam entwickelt. Es war dann ziemlich aufwendig, der Sache auf den Grund zu gehen. Und man kann noch glücklich sein, wenn man nur Zeit investieren muss, aber nicht noch selber viel Geld für die Beseitigung von Baumängeln aufwenden muss.
Da gibt es viel schlimmere Fälle. Nachbarn von mir kämpfen seit Jahren mit einem eigentlich seit dem Einziehen undichten Dach. Dabei handelt es sich aber um einen Neubau, der zum ersten Mal bezogen wurde. Weil die Baufirma in Konkurs gegangen ist, gibt es auch keine Chance mehr, dass ihnen der Schaden je ersetzt wird und die Sanierung bezahlt wird.
Der Verband Privater Bauherren in Deutschland hat jetzt Zahlen zu diesem Problem veröffentlicht. Durch schlechte Arbeit und bewusst in Kauf genommene bauliche Mängel entstehen für Käufer von schlüsselfertigen Häusern alleine im Bereich der Wärmedämmung durchschnittliche Kosten von 29. 000 Euro durch Nachbesserungsarbeiten. Der insgesamte Schaden für die Hauskäufer in Deutschland wird auf jährlich 1,4 Milliarden Euro geschätzt.
Wenn man aber schon einmal eingezogen ist, wird es viel schwieriger, bauliche Fehler geltend zu machen. Und wenn man selber nicht bei den Bauarbeiten dabei war, dann kann man die Qualität der Arbeiten schlecht einschätzen. Das Geld, das ein Bausachverständiger kostet, der die Arbeit überprüft, ist auf jeden Fall wohl sehr häufig gut angelegt. Und, nachher ist man immer schlauer.

