
Bild von Stefan Thiesen
In Marburg hatte im Juni eine Mehrheit aus SPD, Grünen und der Linken in der Stadtverordnetenversammlung beschlossen, dass künftig beim Dachbau verpflichtend thermische Solaranlagen angebracht werden müssen. Das Medienecho darauf war ziemlich groß. Viele Zeitungen berichteten, und auch politisch gingen die Wogen hoch. Befürworter und Gegner der Maßnahme meldeten sich wortreich und vehement zu Wort.
Nun kommt es aber offenbar zu einer Verzögerung, so dass der Beschluss nicht wie geplant Anfang Oktober umgesetzt werden kann: Der Marburger Magistrat will das Stadtparlament bitten, das Inkrafttreten der Solarsatzung zu verschieben.
Das Regierungspräsidium Gießen hatte bisher Ablehnung gegen den Beschluss signalisiert, weil Marburg damit gegen geltendes Recht verstoßen hätte. Jetzt wurde aber im hessischen Landtag beschlossen, die Bauordnung dahingehend zu ändern, dass die Kompetenzen der Kommunen erweitert werden.
Wenn der Landtag dieses Kapitel abgeschlossen hat, kann auch Marburg einen neuen Anlauf starten. Damit ist die Solarsatzung also keineswegs vom Tisch, sondern wird erstmals rechtlich auf ein festes Fundament gestellt.
Mit dem 1. Jänner 2009 tritt in Deutschland darüberhinaus das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz in Kraft, das bundesweit für Neubauten die Nutzung von erneuerbaren Energien im Wärmebereich vorschreibt. Auch das dürfte der Solarenergie, die ohnehin schon großzügig gefördert wird, noch weiteren Vortrieb verleihen.
Wer aber in Marburg auch in Zukunft bei der Gebäudesanierung oder beim Neubauen auf die Nutzung der Sonnenenergie verzichten will, der wird wohl schon bald ein Bußgeld von 1.000 Euro bezahlen müssen. Ist das jetzt ein Auswuchs von “Öko-Diktatur” oder eine wegweisende und zukunftsträchtige Regelung?


Lese zum ersten Mal über dieses Thema.
Wegen der zuletzt gestellten Frage. Bußgeld ist natürlich nichts feines.
ABER: Besser Zellen am Dach als jedem sein zellenzerstörendes Klein-AKW aufs Dach ; )
Auf Dauer gesehen würde wohl nicht nur Marburg mit Sonnenenergie besser dastehen.
Von: Nira am September 1, 2008
um 12:51
Der Meinung bin ich allerdings auch.
Von: Peter N. am September 1, 2008
um 3:04
Ich weiß auch nicht so recht, was davon zu halten ist. Natürlich wird es immer wichtiger Strom zu sparen und im Kleinen fängt das eben an, aber andererseits denke ich, dass dies sinnvoller durch den Markt zu regeln wäre. Energie wird immer teurer und schon deshalb ist es eine Frage für Hausbauer, die man durchdenken muss. Der Staat muss da nicht unbedingt eingreifen. Dennoch ist es ein Zeichen, dass Umweltschutz nicht mehr ignoriert wird in Deutschland.
Von: soeren onez am September 1, 2008
um 8:22