
Bild von Stefan .
Meine liebe Schwiegermutter hat sich jetzt schon in einigen Telefonaten mit ihren Sorgen um ihre Spareinlagen an meine Frau gewandt. Seit sie im Frühjahr geträumt hat, dass diesen Herbst die Banken kollabieren werden, kommt sie seelisch nicht mehr zur Ruhe. Da hilft es auch nicht, wenn wir sie in Gesprächen zu beruhigen versuchen.
Aus den Nachrichten hört sie immer das heraus, was ihre Ängste weiter aufbauscht. Dass es sich dabei oft nur um Fetzen handelt, die aus dem Zusammenhang gerissen sind, ist ihr dabei aber gar nicht bewusst. Sie selektiert einfach alles in die Richtung, dass uns der baldige Untergang bevorsteht. Und nachdem ich kein Finanzexperte bin, fehlt mir da auch die nötige Fachkenntnis, um alle ihre Sorgen fundiert auflösen zu können. Aber da geht es wahrscheinlich momentan nicht nur mir so.
Trotz aller Beteuerungen, dass bei uns kein Bankencrash wie in den USA bevorsteht, kann man da schon ins Grübeln geraten. Die nötig gewordene Rettungsaktion für die Hypo Real Estate in Deutschland ist auch nicht gerade eine vertrauensbildene Maßnahme. Immerhin sah sich der deutsche Finanzminister gezwungen, eine unbegrenzte Garantie für Sparguthaben in Aussicht zu stellen, damit nicht alle Bürger ihr Geld von den Banken abziehen. Und Österreich wird da jetzt auch mitziehen, damit die Sparer ihr Geld nicht über die Grenzen tragen.
Eigentlich wäre jetzt vielleicht wirklich ein guter Zeitpunkt, Geld zu investieren, das man auf der hohen Kante hat. “Alles was ich auf dem Dach und im Keller habe gehört mir allein und wird von keiner Bank verwaltet”, heißt es da in einer Pressemitteilung. Wenn man jetzt in Sanierung und Renovierung investiert, dann kann einem das Ersparte nicht mehr abhanden kommen. Und eigentlich schon überfällige Investitionen könnten dann helfen, auch über die kommenden Jahre Geld zu sparen, wenn sich hoffentlich alles wieder beruhigt hat. Ich frage mich langsam, ob ich vielleicht auch nocheinmal nachrechnen sollte, welche Projekte sich in der nächsten Zeit noch ausgehen könnten.


Das kennt man an sich eh aus der Psychologie, dieses Hören was man hören will (selektives Hören), aber ganz unrecht hat deine Schwiegermutter ja nicht. Obwohl ich wüsste so auf die Schnelle auch nicht in welche Richtung man eigentlich am besten gehen sollte. Lieber schnell neue Kredite aufnehmen, bevor es nicht mehr geht? Oder bestehende lieber kündigen? Lieber das Geld am Konto/Sparbuch lassen oder abheben und unter der Matratze verstecken? Es lieber schön versteckt lassen, oder investieren?
Jedenfalls kann ich dir zustimmen, dass wenn jemand etwas an seinem Haus hat, was sowieso gemacht werden sollte, wie zB Dach abdichten, neue Dachfenster einbauen, Dach ausbauen, Keller ausbauen – was auch immer, der kann das ja mal tun, das schadet ja nicht.
Von: Miriam am Oktober 21, 2008
um 2:47
Ist eigentlich auch keine schlechte Idee, allerdings für jene, die das Geld haben.
Jene, die ein Kredit brauchen, haben es nicht so leicht und müssen noch warten, bis sich die Lage beruhigt hat.
Von: Rohan am November 17, 2008
um 3:04