Manchmal kann die Natur ein Vorbild für die Lösung von Problemen der Menschheit sein. Zum Beispiel, um mit Hilfe von Abgasen und Licht Energie zu gewinnen und der Klimaerwärmung vorzubeugen.
Hilmar Franke ist Professor für Angewandte Physik an der Universität Duisburg-Essen. Sein Spezialgebiet ist Licht. Angeregt durch einen Urlaub in Gambia, wo er einen dichten Algenteppich in einer Flussmündung sah, kam ihm die Idee, einen Photobioreaktor zu entwickeln, in dem Leuchtstäbe Sonnenlicht in einem Wassertank verteilen. Auf diese Weise erhalten auch die unter der Wasseroberfläche liegenden Algen genügend Licht, um zu wachsen. Die Algen wiederum können große Mengen Kohlendioxid aufnehmen und speichern.

Bild von Lucky-S
Kohlendioxid entsteht unter anderem als Abfallprodukt bei der Verbrennung von fossilen Energieträgern. In Timelkam bei Salzburg baut ein österreichisches Unternehmen jetzt eine Pilotanlage, wo ein Photobioreaktor dieser Art an ein Kraftwerk, das mit Holz betrieben wird, angeschlossen wird. Das dort anfallende Kohlendioxid soll die Algen in einem 1.000 Kubikmeter großen Becken zum Wachsen bringen, die danach wiederum in einem Biomassekraftwerk verwertet werden. Von der ökologischen Seite her ist die Verbrennung der Algen CO2-neutral, weil nur das beim Wachstum aufgenommene Kohlendioxid abgegeben wird. Ob dieses dann wieder in die Algenproduktion wandert, wäre noch eine interessante Frage. Das wäre dann ein schöner Kreislauf, der der globalen Erwärmung ein Schnippchen schlagen würde.
Das Licht, das die Algen zum Wachsen brauchen, sollte eigentlich direkt am Dach mit einem Trichter gesammelt werden und über Lichtwellenleiter in die Leuchtstäbe geleitet werden. Diese Konstruktion hat sich für den industriellen Einsatz aber leider als nicht zweckmäßig herausgestellt. Deswegen nutzt die Anlage in Timelkam jetzt Leuchtdioden, die 24 Stunden am Tag Licht in denjenigen Wellenlängen an die Algen bringen, die diese für die Photosynthese brauchen.



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