Verfasst von: Peter N. | Januar 22, 2009

Die Klimapolitik der Bundesländer im Bereich der Raumwärme hat Aufholbedarf

Österreich hat sich im Rahmen des Kyoto-Protokolls dazu verpflichtet, seinen Treibhausgas-Ausstoß bis 2012 um 13% gegenüber dem Niveau von 1990 zu senken. Gegenwärtig sieht es aber nicht danach aus, als ob dieser Wert erreicht werden wird. Laut dem Klimaschutzbericht 2008 lagen die Werte 2006, wenn alle Sektoren zusammengerechnet werden, insgesamt sogar 15,1% über dem Niveau von 1990. Die Haushalte verursachten 2006 dabei gleichviele Schadstoffe durchs Heizen wie 1990.

In einem Rohbericht geht der Rechnungshof jetzt davon aus, dass die Klimaschutzziele im Bereich Raumwärme zu einem großen Teil deswegen scheitern werden, weil die Bundesländer zu wenig Anreize zur thermischen Sanierung setzen. Die Entwicklung der Emissionen in diesem Bereich ist in den einzelnen Ländern seit 1990 sehr unterschiedlich verlaufen.

  • Kärnten: -11%
  • Steiermark: -8%
  • Vorarlberg: -4%
  • Oberösterreich: -3%
  • Wien: +5%
  • Niederösterreich: +7%
  • Burgenland: +9%
  • Salzburg: +15%
  • Tirol: +32%

Bild von Wolfs Fotogalerie

In dem Rohbericht wird vor allem Vorarlberg gelobt, weil es als einziges Bundesland das politisch vereinbarte Ziel eingehalten hat, pro Jahr zwei Prozent der zwischen 1945 und 1980 gebauten Wohungen zu sanieren. Nur in Vorarlberg und Oberösterreich ist die Wohnbauförderung bei der Sanierung von Altbauten bisher daran geknüpft, dass Energiestandards verbessert werden. In einigen Ländern, darunter Wien, wurde die Wohnbauförderung darüber hinaus in den letzten Jahren kontinuierlich gekürzt und mit den dafür vom Bund überwiesenen Mitteln andere Budgetlöcher gestopft.

Die Politik ist jetzt gefragt, hier nachzubessern. Die Länder müssen sich dazu verpflichten, die Wohnbauförderungsmittel effizienter einzusetzen. Zukünftig soll es ein Klimaschutzgesetz geben, das auch für die Bundesländer Klimaschutzziele vorsieht. Die Grünen fordern, dass die 15a-Vereinbarung zur Wohnbauförderung von den Landeshauptleuten schleunigst umgesetzt wird. Die sieht unter anderem Wärmeschutzstandards für die Wohnbauförderung im Bereich Neubau und Sanierung von Altbauten vor.

Weblinks zum Thema:

Klimaschutzbericht 2008 des Umweltbundesamts

15a-Vereinbarung THG Gebäude

Erläuterungen zur 15a-Vereinbarung Gebäude


Antworten

  1. Ich glaube es gibt sogar Förderungen dafür das eigene Haus mit umweltfreundlichen Heizungen auszustatten, aber wahrscheinlich wissen nur ganz wenige davon.

    Außerdem fällt da auch noch der ganze Bereich der Wärmedämmung mithinein, damit man überhaupt weniger heizt.

  2. Also ich weis zwar nicht wie der Bericht zustandegekommen ist, aber es wäre sicher interessant diese Rohzahlen einmal mit anderen Zahlen zu verknüpfen und Hochzurechnen. Wie zum Beispiel der Zuwanderungszahl oder der Einkommenslage in den Bundesländern um auf vergleichbare Zahlen zu kommen. Denn es ist ja selbstverständlich das jemand der genug Geld hat um ein Haus zu Bauen nur auf das beste Material zurückgreift und das ist dann eben auch das mit den besseren Dämmwerten, oder wer würde sich wenn er das Geld hätte andere Fenster kaufen als Velux? Die andere Frage ist dann ja noch in wie weit die Bundesländer selber die Förderung in die Hand nimmt. Vorallem für die Förderung Werbung macht, denn es bringt recht wenig wenn es zwar eine Förderung gibt aber niemand davon weis!!


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