Verfasst von: Peter N. | März 20, 2009

Photovoltaik am Kirchendach

Bild von christophosterholt

Können religiöse Bauten geeignete Standorte für Solaranlagen sein? Mit Sicherheit ja. Selbst im Vatikan ist auf dem Dach der päpstlichen Audienzhalle seit vergangenem November eine fußballfeldgroße Photovoltaikanlage in Betrieb. Aber auch die Gotteshäuser selbst eignen für die Nutzung der Sonnenenergie.

In Ibbenbüren in Nordrhein-Westfalen wurde jetzt ein Projekt abgeschlossen, das diesen Trend reflektiert. Der Förderverein der evangelischen Matthäuskirche hat auf dem südseitig ausgerichteten Dach des Sakralbaus eine große Photovoltaikanlage installiert. Dabei geht es aber nicht nur darum, die Schöpfung und damit die Umwelt durch die Einsparung von Kohlendioxid zu bewahren. Durch die Netzeinspeisung des erzeugten Stroms rechnet sich das Projekt auch wirtschaftlich und wird zur Einnahmequelle für den Förderverein. Die erwirtschafteten Einnahmen fließen in die Gemeindearbeit.

Deutschland gehört bekanntermaßen zu den Vorreitern im Bereich der Nutzung der erneuerbaren Energien. In unserem Nachbarland ist nicht nur viel technisches Know-How in der Solarindustrie vorhanden, auch die Einspeisung von privat erzeugtem Sonnenstrom ist auf Jahre hinaus großzügig geregelt. Das hat in den letzten Jahren zu einem regelrechten Boom in der Branche geführt. In keinem anderen Land der Erde wurden 2006 und 2007 soviel neue Kollektorfläche geschaffen wie in Deutschland.

Auch in Österreich könnte der Markt noch angekurbelt werden, wenn die Rahmenbedingungen besser würden. Das zeigt schon der Erfolg der Förderaktion Photovoltaik des Klimafonds im letzten Jahr, wo mehrere Tausend Anträge für ein Budget eingereicht wurden, aus dem sich nur etwa 700 Anlagen fördern ließen. Heuer soll die Aktion wiederholt werden, Umfang und genauer Zeitpunkt des neuerlichen Anlaufs sind aber noch unklar. Interessierte können sich aber auf eine Email-Verteilerliste setzen lassen, um rechtzeitig informiert zu werden.


Antworten

  1. Toller Artikel freut mich immer wieder über das Thema zu lesen. Jedoch der erneute Anlauf wird sicher durch die Finanzkrise und Co. ein wenig ausgebremsst, da liegen dann wohl andere Prioritäten im Weg, leider. Aber ich hoffe das es bald so weit ist. Am besten wäre eine Zielsätzung die so etwas wie die selbstverorgung für Haushalte über Solarenergie behandeln würde. Um das zu realisieren ist aber wohl der Wirkungsgrad der Panels etwas zu gering.
    @Denkanstoß: Gabs oder gibts da nicht so Dachziegeln die eine eingebaute Photovoltanikfolie integriert haben? Ich glaube mich daran zu erinner, das ich so etwas schon mal im Fernsehen bestaunen durfte.
    Abschließend bleibt nur zu sagen, wenn die Wirtschaft weiter und verstärkt in diese Richtung Blicken würde wären sicher inerhalb kürzester Zeit einige Probleme weniger auf diser Erde.

  2. Als ich das erste Mal dieses Foto von Photovoltaikanlage gesehen haben, wusste ich ehrlich gesagt nicht so recht davon halten soll, denn ich konnte mir schwer vorstellen wie dass mit der restlichen Architektur einer Kirche zusammenpassen sollte, ohne verkrampft modern auszusehen.
    Aber nachdem ich ein wenig gegooglet habe, habe ich auch mehr Bilder davon gesehen und kann mich jetzt mit der Idee viel mehr anfreunden – nicht dass ich den Grund dahinter, erneubare Energie zu fördern, nicht auch unterstütze, aber naja, bei Kirchen ist das ja wirklich etwas aussergwöhnlich.
    Und ehrlich gesagt sollten sich die Österreicher wirklich baldigst mal an anderen Staaten wie eben Deutschland orientieren und da in dem Bereich etwas mehr wagen und investieren.
    Obwohl es sicher auch Proteste geben würde, aber bitte, die gibts bei Windrädern auch ständig, was mir völlig unverständlich ist!

  3. Wieso sollten Kirchen nicht auch in die Verwendung erneuerbarer energien einbezogen werden? Auch Sakralbauten sollten mit der Zeit gehen und können darüber hinaus über ihre gesellschaftliche Vorbildfunktion noch einige Menschen erreichen, die sich auf anderem Wege nicht mit dem Thema auseinandersetzen würden.
    Zurück zum staatspolitischer Vergleich zwischen Österreich und Deutschland, wäre es mal wieder schön, wenn man sich in der Alpenrepublik dazu durchringen könnte, vermehrt in Richtung erneuerbare Energie und vor allem dem dazugehörigen Know-how zu investieren, als sich immer noch hinter dem Wasserkraftmodell der 70er Jahre zu verstecken. Ob es sich nun um die Photovoltaik, eine Abwrackprämie mit Umweltauflagen oder um die Durchsetzung des Nichtraucherschutzes geht, ab und an ein Blick zum nördlichen Nachbarn könnte uns nicht schaden.

  4. Ich finde überhaupt keinen Widerspruch zwischen Kirche und Solaranlagen. Es tut ja der Heiligkeit eines Ortes keinen Abbruch, wenn man die Möglichkeiten die unser Planet uns bietet auch nutzt. Außerdem werden dadurch Kosten gespart, was ja auch gut ist.


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