
Bild von Robert Wetzlmayr – Ein Nullenergiehaus, aber nicht im Sinne der Definition
Vor ein paar Tagen habe ich einen Artikel über Dachfenster mit Passivhaus-Standard geschrieben. Darin habe ich auch einen Passivhaus-Dachausbau in Nullenergie-Bauweise erwähnt, der gerade in Wien errichtet wird. Was ist eigentlich ein Nullenergiehaus?
Ein Nullenergiehaus ist in der Definition von Wikipedia ein Energiestandard für Gebäude, die rechnerisch in der jährlichen Bilanz keine externe Energie (Elektrizität, Gas, Öl usw.) beziehen. Damit ist ein Niedrigenergiehaus von der Energiebilanz her besser als ein Niedrigenergiehaus oder gar ein Passivhaus. Noch weiter geht das Plusenergiehaus, das im Jahresmittel sogar mehr Energie erzeugt, als es verbraucht.
Sicher ist es für den Bauherren erfreulich, wenn seine Betriebskosten durch einen niedrigen Energiebedarf sehr gering ausfallen. Wenn sich etwa die Einspeisung von Solarstrom ins öffentliche Netz finanziell rechnet und sich so die Anschaffungskosten der Anlage über einen längeren Zeitraum amortisieren, dann kommt zum guten Gewissen auch ein Mehrwert in der Geldtasche. Das gilt natürlich auch für eine gute Wärmedämmung und andere Maßnahmen, die sich längerfristig bezahlt machen.
Das ist aber nur die eine Seite der Medaillie. Wir bauen nicht nur, um langfristig Geld zu sparen, nach besseren Energiestandards. Das ökologische Bewusstsein des einzelnen und der Gesellschaft spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Bessere Energiestandards bedeuten eine verstärkte Nutzung von umweltfreundlichen Energien und einen geringeren Energieverbrauch aus fossiler Ernergie, was zu einem geringeren Kohlendioxid-Ausstoß beiträgt. Allerdings wird natürlich nicht nur beim Bewohnen, sondern auch schon beim Hausbau Energie benötigt und Kohlendioxid erzeugt. Auch dabei soll in Zukunft immer mehr eingespart werden.
Co2-neutrales Bauen in Holzbauweise ist etwa einer dieser Ansätze, von dem mir Omid Farassat von Velux Österreich erzählt hat. Das Architekturbüro Hein-Troy hat mit seinem Entwurf den Wettbewerb für das “Model Home 2020″ gewonnen, und nun wird dieses Projekt realisiert. Dieses Gebäude entsteht als Niedrigstenergiehaus. Die Donau Universität Krems sorgt durch eine spezielle Simulation im eigenen Lichtlabor für eine optimale Versorgung mit natürlichem Licht in den Räumen. Nach der Umsetzung wird die Energiebilanz des Musterhauses mit jener der Siegerprojekte aus parallel laufenden Wettbewerben aus anderen Ländern verglichen. Die Ergebnisse sollen dann in die zukünftige Produktentwicklung einfließen.



Das Co2 neutrale Bauen hört sich sehr interressant an, leider gibt es zu dem Model2020 Projekt keine technischen Details sonst könnte man da schon einiges Erfahren. Wie sich der Architeck das so vorstellt. Gibts da eigentlich sowas wie eine Liste wie Co2 neutral die verwendeten Baustoffe und Materialien sind? Dann könnte ich mir wenigsten überschlagsmäßig ausrechnen was meine Wohnung so verbraucht hat an Sauerstoff. Oder vergleichswerte wären nicht schlecht zu wissen.
Von: Sepron am April 28, 2009
um 8:46 pm
Na, da darf man ja richtig gespannt sein. Es ist schön zu sehen, dass der Trend in Richtung Umweltschonung und Energieeffizienz geht. Und anscheinend gibts da auch immer noch Steigerungen. Also wird es bald nach dem Niedrigstenergiehaus eine noch bessere Entdeckung geben usw. Mich würde aber doch interessieren, wie groß die Preisunterschiede der einzelnen Modelle sind.
Von: Miriam am April 29, 2009
um 9:36 pm
Mehr Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit der Umwelt ist ja momentan neben Wirtschaftskrise das Schlagwort. Ich schliesse mich der Meinung an, dass es auch sehr wichtig ist die verwendeten Baustoffe auf eine ökologische Herstellung zu überprüfen und dass diese Werte auch veröffentlicht werden bzw. angegeben werden müssen.
Von: Sebastian Klein am April 30, 2009
um 12:08 pm
Erstmal meine Gratulation an Hein Troy für das “reduktionistische” Siegerprojekt –
Auszug aus dem Jurybericht: “Trotz seiner Zurückhaltung und Minimierung im Ausdruck ist das Projekt in keiner Hinsicht banal sondern überzeugt gerade durch intelligente Feinabstimmung bis ins Detail im gegebenen Kontext.” Im Detail würds mich zb brennend intressiern welche neuen Lösungsansätze hinsichtlich des Klappbalkons eingesetzt wurden…
Schön auf Alle Fälle dass sich noch Firmen wie Velux finden die in Kooperation mit universitären Strukturen für Innovationswettbewerbe dieser Art bereit stehen.
Von: andizzz am Mai 2, 2009
um 9:34 am