Im 15. Bezirk in Wien entsteht gerade das weltweit erste Hotel, das eine Nullenergie-Bilanz aufweist. Die Chefin des Boutiquehotel Stadthalle, Michaela Reitterer, hat dazu das Haus auf dem Nachbargrundstück erworben und abtragen lassen, um an dessen Stelle einen ökologischen Vorzeigebau errichten zu lassen.

Bild von MichaelaReitterer
Damit das erweiterte Hotel den Status Nullenergiehaus erreichen kann, waren auch am Altbau umfangreiche Baumaßnahmen notwendig. Zimmer wurden renoviert, Fenster ausgetauscht und die Fassade erneuert. Der Zubau wird hingegen von vorneherein in Passivhausbauweise errichtet. Die Kollektorfläche der schon bestehenden thermischen Solaranlage wird vergrößert und gleichzeitig eine Photovoltaikanlage auf dem Dach installiert. Dazu kommen zwei Windräder mit vertikaler Rotationsachse, die besonders lärmarm sind und jeweils soviel soviel Strom erzeugen sollen, wie ein Einfamilienhaus über das Jahr gesehen verbraucht.

Bild von MichaelaReitterer
Das Regenwasser wird vom Dach in große Zisternen geleitet und für die Toiletten und die Bewässerung und des Gartens verwendet. Außerdem werden damit die Pflanzen auf dem flachen „Lavendeldach“ mit Flüssigkeit versorgt. Dieses Gründach ist durch die Aufschüttung mit Substrat so gut gedämmt, dass die darunterliegenden Räume in der heißen Jahreszeit nicht künstlich gekühlt werden müssen und sich auch im Winter die Wärme nur langsam verflüchtigt. Neben dem Regenwasser wird außerdem auch das Grundwasser genutzt. Im Sommer wird das kalte Wasser durch die Verrohrung der Flächenheizung geführt und sorgt so für angenehme Temperaturen in den Räumen. Im Winter heizen das erwärmte Grundwasser und die kontrollierte Raumlüftung die Zimmer.
Die Mehrkosten gegenüber einer konventionellen Bauweise halten sich übrigens in Grenzen und sollen nur etwa 10 Prozent betragen. Damit sollen sich die zusätzlich nötigen Investitionen schon innerhalb von nur 8 Jahren über die Engergiersparnis amortisieren.
Weblink zum Thema: Blog des Boutiquehotel Stadthalle

