
Bild von Stephen Paul
In Nordrhein-Westfalen soll jetzt ein innovatives Projekt umgesetzt werden, um die Energieefizienz in der Bebauung großflächig erfassen zu können. Grundlage für die Messungen werden Wärmebilder sein, die von Erdbeobachtungssatelliten gemacht werden. Damit sollen Aussagen über die Energiebilanz vom ganzen Bundesland abwärts bis hin zu einzelnen Gebäuden möglich sein.
Das Verfahren erinnert an eine Thermografiemessung im größeren Maßstab. Die Satelliten „blicken“ dabei mit ihren Infrarotkameras aus der Erdumlaufbahn auf die Region hinab und „betrachten“ neben den Gebäuden auch gleich noch die Auswirkungen dieser Bauten auf ihre Umgebung, die durch Klimatisierung und Beleuchtung entstehen. Mit einem verhältnismäßig geringen Aufwand sollen so Objekte ausgemacht werden können, die besonders sanierungswürdig sind.
Ein wenig Vorsicht ist bei aller Zustimmung zu dem Projekt aber vielleicht auch angebracht. Schon die normale Thermografiemessung, die gezielt thermische Verluste bei Häusern aufdecken soll, führt nur unter bestimmten Außenbedingungen zu wirklich optimalen Ergebnissen. Eine Trendbestimmung ist sicherlich immer möglich, aber wirklich exakte Ergebnisse schwerer sicherzustellen. Außerdem müssen diese Messungen sowohl von außen als auch von innen vorgenommen werden, um alle Wärmedurchlässe erfassen zu können.
Eine oberflächliche Einschätzung des energetischen Zustands ganzer Areale sollte also möglich sein, aber was die gezielte Bestimmung des Sanierungsbedarfs einzelner Gebäude durch diese Methode betrifft, bin ich ein wenig skeptisch. Trotzdem werde ich das Projekt sich weiter verfolgen und bin schon gespannt, was es schließlich für Ergebnisse liefern wird.

