Verfasst von: Peter N. | Juli 8, 2009

Neue Dünnschichtzellen für mehr Ertrag ohne direkte Bestrahlung mit Sonnenlicht

Bild von ~Darin~

Transparente Solarzellen, die in einer dünnen Schicht auf verschiedenen Oberflächen aufgetragen werden, könnten der Photovoltaik neue Anwendungsbereiche erschließen. An diesen Dünnschichtzellen wird etwa am Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik IWM geforscht. Das amerikanische Unternehmen New Energy entwickelt ebenfalls in diese Richtung, und hat jetzt Testergebnisse von neuartigen organischen Solarzellen veröffentlicht, die 10 Mal dünner sind als vergleichbare Dünnschichtzellen.

Neben der geringe Dicke glänzen diese Solarzellen durch gute Eigenschaften bei der Stromerzeugung bei wenig optimalen Lichtverhältnissen. In einer Testanordnung, bei der künstliche Beleuchtung ohne natürliches Licht wie in einem Bürogebäude simuliert wurde, war der Wirkunsgrad zwei Mal so hoch wie bei monokristallinen Photovoltaikzellen und sogar acht Mal größer als der von Kupfer-Indium-Selenid-Zellen. Die ultradünnen, transparenten Solarzellen eigen sich dadurch dafür, auf Fenster aufgezogen zu werden, die nicht nach Süden ausgerichtet sind und nicht von direktem Sonnenlicht bestrahlt werden. Der solare Ertrag ist trotzdem beträchtlich, ohne dass die Transparenz eingeschränkt wird.

Laut New Energy haben die Dünnschichtzellen sogar das Potential, neben beliebigen künstlichen Lichtquellen installiert zu werden und dieses Licht für die Stromerzeugung zu nutzen. Was das betrifft, bin ich aber skeptisch. Zumindest macht es in meinen Augen wenig Sinn, Lampen mit Strom zu betreiben, um dann mit deren Licht wieder Elektrizität zu gewinnen. Als „Abfallprodukt“ der sowieso notwendigen Beleuchtung noch ein wenig Energie herauszuholen, mag in manchen Situationen Sinn machen, aber rechnet sich das?


Antworten

  1. Da hab ich es mit dir. Ich denke kaum, dass es sich rechnen wird.
    Aber auf Fenster aufgetragen werden zu können und gute Eigenschaften bei „wenig optimalem“ Licht zu haben erscheint mir als toller Vorteil dieser neuartigen Zellen.
    Die Frage ist dann eben immer noch, wie lange es brauchen wird soetwas in Serienreife zu bringen und dazu noch einen erschwinglichen Preis dafür verlangen zu können.

  2. In diesem Fall wahrscheinlich gar nicht mehr so lange. Nach dem, was ich gelesen habe, klingt es schon nach einem sehr fortgeschrittenen Projekt.

  3. [...] In dieser Hinsicht erinnert die „Solartinte“ an jene organischen Dünnschichtzellen, über die ich im Jui berichtet habe. Beide Ansätze dürften gemein haben, dass bis zur Marktreife der jeweiligen Produkte noch einiges [...]


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